Nachhaltige Chemie und mehr

In den Augen der Allgemeinheit haben Chemiefirmen nicht den besten Ruf. Mit ihnen werden oft Wasser- und Luftverschmutzung, Gesundheitsrisiken durch Kontakt mit den Produkten, Unfallgefahren in den Fabriken, Entsorgung von Chemieabfällen, etc. verbunden. Obwohl die Chemieindustrie ihr ökologisches Profil drastisch verbessert hat, herrscht bei der Öffentlichkeit noch die Wahrnehmung von früher vor, als es weniger Richtlinien, Reglementierungen und Bestrebungen gab, diese Risiken zu begrenzen. Christeyns hat es sich zum Ziel gemacht diese Wahrnehmung zu verändern und so grün wie (ökonomisch) möglich zu werden. Das natürliche Grün ist genauso eine bedeutende Komponente des Christeyns Firmenlogos wie das saubere Blau, welches Reinheit repräsentiert. Eine ständige Erinnerung daran, dass das Unternehmen seine Verantwortung für die Umwelt sehr ernst nimmt, und das von der Entwicklung eines neuen Produkts bis zum verpackten Endprodukt und nicht zuletzt auf dem Betriebsgelände des Kunden selbst.

Alles beginnt mit den CHEMIKALIEN. Wir kaufen unsere Rohstoffe bei sorgfältig ausgewählten Lieferanten. Bei neuen Produkten ist für das zuständige F&E-Team die Nachhaltigkeit ein Schüsselelement bei der Wahl der Inhaltsstoffe. Zusätzlich bewerten die Wissenschaftler auch regelmäßig bereits bestehende Formeln und ersetzen, wo möglich, schädliche Rohstoffe durch grünere Alternativen.

Durch die Formulierung von konzentrierteren Produkten können wesentliche Einsparungen beim Verpackungsmüll und Transport erreicht werden. Im Jahr 2002 wurde in industriellen Wäschereien durchschnittlich 16 g Produkt pro kg Wäsche dosiert. Im Jahr 2018 waren es nur noch 8 g pro kg Wäsche, also eine Reduzierung um 50%!

Christeyns hat auch ein umfangreiches Sortiment an ökologischen Produkten. In nur zwei Jahren hat sich das Volumen des Ecolabel und Nordic Swan Sortimentes verdoppelt (+ 100%). Diese Zunahme wird sich sicherlich auch in der Zukunft fortsetzen.

Alle vierzehn PRODUKTIONSSTÄTTEN der Christeyns-Gruppe sind bestrebt, die durch den Betrieb verursachten Emissionen, Abwässer und Abfälle zu minimieren und die Abfälle durch sichere und verantwortungsvolle Methoden zu entsorgen.

Intelligente Routenplanung erlaubt es uns, die LIEFERUNGEN so effizient wie möglich zu organisieren und so die Anzahl der Transporte sowie den Kraftstoffverbrauch an sich zu begrenzen. 2015 wurde ein brandneues europäisches Hightech-Verteilzentrum in Gent errichtet, direkt gegenüber der Produktionsstätte. Die Produktion und die Lagerhalle sind über eine Brücke mit einem automatischen Transportband miteinander verbunden. Die fertigen Produkte gelangen somit direkt von der Produktion zu einem Aufzug und weiter über das Transportband zum Verteilzentrum. Als Folge davon konnten einige Außenlager in Belgien, Frankreich und Deutschland abgeschafft und damit der Transport um 10 Lastwagen pro Tag verringert werden.

Bereits im Jahr 2012 hat Christeyns seine eigene Firma zur Herstellung von Geräten rund um die Dosiertechnik gegründet: Christeyns Engineering. Diese Tochtergesellschaft hat ein komplettes Portfolio an hochqualitativer DOSIERTECHNIK für Waschschleudermaschinen, Taktwaschanlagen oder eine Kombination der beiden, entwickelt. Ob für Inhouse-Wäschereien oder größere Wäschereien, alle Systeme legen den Fokus auf maximale Zuverlässigkeit, Sicherheit und – vor allem – Genauigkeit, um eine Überdosierung von Chemikalien zu vermeiden. Die neuesten Innovationen, die auf der EXPOdetergo in Mailand vorgestellt wurden, sind Flux-Box Plus und Flux-Compact 2.0 – ein dezentrales bzw. ein zentrales Dosiersystem für Waschschleudermaschinen. Beide Systeme haben eine höchstzuverlässige Membranpumpe, Dichtungen von höchster Qualität und die Möglichkeit, die Dosierungen an das reale Gewicht anzupassen.

In den vergangenen Jahren haben industrielle Wäschereien enorme Fortschritte bei der Reduzierung des Wasser- und Energieverbrauchs erzielt; dies dank der Einführung von ausgeklügelten Waschprozessen und wasser- und energiesparenden Geräten. Auf Wunsch führen unsere Wasser- und Energiespezialisten auch Audits durch und beraten die Kunden individuell zur Prozessoptimierung und Reduzierung des Wasser- und Energieverbrauchs.

Wir haben eine ganze Serie von Wärmetauschern in der Wäschereiwelt eingeführt. Damit kann die Wärme aus dem Waschprozess (mit Heat-X Rotor oder Heat-X Energo), aus den Mangeln oder den Finishern (Heat-X Air-Reihe) zurückgewonnen und wiederverwendet werden. Der Energieverbrauch im Waschprozess ist von durchschnittlich 0,6 kWh/kg im Jahr 2002 auf 0,18 kWh/kg im Jahr 2018 gesunken – dies entspricht einer Gesamteinsparung von ca. 2 Terrawattstunden pro Jahr in diesem 16-jährigen Zeitraum. Mit einer solchen Energieeinsparung können 83.000 Haushalte ein ganzes Jahr lang kostenlos heizen!

In den letzten 15 Jahren ist es Christeyns außerdem gelungen, den WASSERVERBRAUCH in Taktwaschanlagen von 10 Liter auf weniger als 3 Liter Frischwasser pro kg Wäsche zu senken! Natürlich abhängig von der Art der Wäsche und der Verschmutzung. Erreicht werden konnte dies durch das Sammeln, Filtern und Wiederverwenden eines Teils des Prozesswassers mit den Lint-X-Filtersystemen, durch Innovationen im Bereich der Chemie, durch geschickte Dosierung dieser Chemie, kurz: durch intelligente Waschprozesse.

Einer dieser WASCHPROZESSE der nächsten Generation ist Cool Chemistry – ein einzigartiges und patentiertes Waschkonzept für industrielle Wäschereien, das bereits in über 200 europäischen Wäschereien eingesetzt wird. Mit Cool Chemistry wird bei niedrigerer Temperatur, mit weniger Wasser, mit neutralen pH-Werten (daher geringere Textilschädigung) und vor allem mit innovativer Chemie gewaschen.

Das Besondere an diesem Konzept ist die Tatsache, dass das Bleichmittel Cool Brite vor Ort beim Kunden hergestellt wird. Die Cool Brite-Komponenten werden in konzentrierter Form an den Kunden geliefert. In der Cool-Box wird das richtige Verhältnis der Komponenten abgewogen, mit Wasser gemischt und direkt in den Waschprozess eingespritzt. Cool Brite ist mittlerweile das umfangreichste Produkt im Sortiment der Wäschereiprodukte von Christeyns. Durch die Zugabe des Wassers beim Kunden direkt vor Ort, werden Transporte von 11.412 Tonnen pro Jahr vermieden, das wiederum 571 LKWs weniger pro Jahr entspricht. Nimmt man noch die Energieeinsparungen hinzu, die dank des Waschens bei niedriger Temperatur erzielt werden können, und die Verlängerung der Lebensdauer der Textilien dank des pH-neutralen Prozesses, kann man verstehen, warum dieses revolutionäre Konzept so umweltfreundlich ist.

Auch beim Thema ABFALL stehen wir nicht im Abseits und stellen uns dieser Verantwortung.  Laut einer EU-Richtlinie ist der Verbraucher für die leeren Verpackungen verantwortlich. Dennoch organisiert Christeyns für seine Kunden einen umfangreichen Abhol- und Reinigungsservice der leeren Fässer und IBCs, in mehr als 10 europäischen Ländern: Belgien, Niederlande, Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz, Italien, Spanien, Portugal, Großbritannien und Irland.

Jährlich werden 20.000 IBCs und 30.000 Fässer rekonditioniert. Für die Abholung und Rekonditionierung arbeitet Christeyns mit einem fachkundigen Partner zusammen. UN-zertifiziertes Verpackungsmaterial ist normalerweise 5 Jahre lang gültig, aber das Unternehmen legt strengere Maßstäbe fest und zieht Fässer nach 4 Jahren aus dem Verkehr; IBCs werden nach 2 Jahren überprüft und für maximal 2 weitere Jahre rezertifiziert.

Um unsere grünen Ambitionen weiter auszubauen, haben wir vor kurzem eine App für die logistische Organisation dieser Leergebinde-Sammlung entwickelt. Die App wird im Frühjahr 2019 offiziell eingeführt und ermöglicht dann den Wäschereien, die Abholung der Fässer über ihr Smartphone anzufordern.

Von der Entwicklung neuer Produkte bis hin zum Abholen der Leergebinde am Ende des Kreislaufs: CHRISTEYNS DENKT GRÜN MIT GROSSER ÜBERZEUGUNG.

 

Titelstory in der Zeitschrift LCNI, veröffentlicht im Januar 2019

Similar Stories